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Hl. Katharina von Siena

06.08.2018

Propst Dr. Martin Schomaker und Bischof David Tencer / Foto: Kath. Gemeindeverband - Sabine Gautier

Neuer Bischof des nördlichsten Bistums der Welt besucht Bremen

Erster Amtsvorgänger erhielt seine Bischofsweihe in der Hansestadt

Der erste isländische Bischof war 1056 im Bremer Dom geweiht worden. Jetzt kam sein heutiger Nachfolger, Kapuzinerpater David Bartimej Tencer, auf Einladung des Katholischen Gemeindeverbands anlässlich der Ausstellung „Bremen und Skandinavien“ erstmals in die Hansestadt.

Er besuchte gemeinsam mit Propst Dr. Martin Schomaker unter anderem das Dommuseum, das auch an die Zeit erinnert, als der für die damalige Kirchenprovinz Hamburg/Bremen zuständige Erzbischof noch in Bremen wirkte und auch für das Missionsgebiet der heutigen nordischen Länder einschließlich Island zuständig war.

Über die Entwicklung der katholischen Kirche in Island berichtete Bischof Tencer bei seinem Besuch Ehrenamtlichen des katholischen Gemeindeverbandes Bremen und feierte mit ihnen einen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Johann.

Der Bischof aus der nördlichsten Diözese der Welt sagte, dass die katholische Kirche in Island sehr dynamisch wachse. Mit einem Katholikenanteil von rund vier Prozent sei sie die stärkste Gemeinde in den skandinavischen Ländern. Die Gläubigen kämen überwiegend aus dem Ausland. Das gelte auch für fast alle Priester seines Bistums. Die Gottesdienste würden daher in unterschiedlichen Sprachen abgehalten, bis zu zehn Gottesdienste allein in Reykjavik und sie alle seien voll.

Tencer nannte Zahlen zur Entwicklung seiner Kirche: Aus den zwei Pfarreien zur Zeit der Bistumsgründung vor 50 Jahren seien mittlerweile sieben geworden, zwei weitere seien im Entstehen. 17 Kirchen gebe es auf der Insel. Oft würden alte Häuser zu Kirchen umgewidmet, weil kein Geld für einen Neubau vorhanden sei. So gebe es auch eine Holzkirche. Sie sei ein Geschenk von Mönchen aus der Slowakei und in drei Containern nach Island verfrachtet worden. Sie biete Platz für 60 Personen. Auch in einer ehemaligen Apotheke sei eine Kapelle entstanden. Man sei sehr erfinderisch.

Die Zahl der Taufen sei von anfangs 22 auf jetzt 137 jährlich gestiegen, die der Firmungen von 12 auf 122. Es wüchsen viele isländische katholische Familien heran, eine neue katholische Generation, eine neue Kultur, so der Bischof.

Die Entfernungen seien in Island oft sehr groß. So müssten für ein Beichtgespräch bisweilen rund 400 Kilometer zurückgelegt werden.

„Ich habe aufgrund der enormen Distanzen eine Skypeschule gegründet, um die Kinder in Glaubensfragen zu unterrichten“, sagte der Bischof, der bereits mit 23 Jahren zum Priester geweiht worden war. Er wünsche sich, dass ein so frühes Eintreten in das Priesteramt künftig für viele angehende Geistliche möglich werde. Darüber habe er auch mit dem Papst gesprochen. Denn so könne dazu beigetragen werden, eine junge Kirche noch besser zu erreichen.

Während der Messe in der katholischen Propsteikirche St. Johann bedankte sich Bischof Tencer für die Unterstützung der deutschen Kirche: „Wir stehen Schulter an Schulter weltweit gemeinsam für unseren Glauben ein. Danke für die finanziellen Hilfen aus Deutschland. Lasst uns gegenseitig unterstützen und füreinander beten.“

Foto: David Bartimej Tencer, Bischof von Reykjavik (rechts) besuchte auf Einladung von Propst Dr. Martin Schomaker und des Katholischen Gemeindeverbands Bremen am Wochenende erstmals die Hansestadt. Foto: Katholischer Gemeindeverband Bremen/ Sabine Gautier