Aktuelle Mitteilungen

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12.11.2018

Prof. Dr. Weig / Foto: Kath. Gemeindeverband - Daniel Meier

Mehr Offenheit und Hilfsangebote erforderlich

Informationsabend zur Missbrauchsstudie mit Prof. Dr. Wolfgang Weig im AtriumKirche

Für einen offeneren Umgang mit dem Thema Sexualität in der Kirche hat sich Prof. Dr. Wolfgang Weig im AtriumKirche im Rahmen eines Informationsabends zur Missbrauchsstudie ausgesprochen, die die Deutsche Bischofskonferenz im September vorgestellt hat. Unter dem Titel „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ beziffert sie 3.677 betroffene Kinder und Jugendliche sowie 1670 beschuldigte Kleriker.

Prof. Dr. Wolfgang Weig berichtete aus einer bundesweiten Seelsorgestudie, an der er mitgewirkt hat: Der zufolge leiden rund 30 Prozent der Priester unter dem Zölibat und der damit oft verbundenen Einsamkeit, fehlenden sexuellen Erfüllung und Vaterschaft.

Vor diesem Hintergrund sagte der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Sexualtherapeut mit Blick auf die Missbrauchsstudie, dass die Vergehen an Kindern und Jugendlichen nicht immer unbedingt einen pädophilen Hintergrund hätten, sondern die betroffenen Geistlichen in der Mehrzahl in ihnen „Ersatzobjekte“ gesehen hätten.

Fakt sei, dass der überwiegende Anteil der Übergriffe auf männliche Kinder und Jugendliche stattgefunden habe. Homosexualität sei dabei nicht das Problem, sondern die damit einhergehende Tabuisierung der eigenen Sexualität.

Mit den zahlreichen Besuchern des Vortrags war Prof. Dr. Weig sich darin einig, dass aufgrund der Vorfälle Priester nicht auf eine extreme Distanz zu Kindern und Jugendlichen gehen sollten. Es sei verhängnisvoll, wenn keine Nähe mehr zu Kindern und Jugendlichen möglich sei. Der Experte mahnte aber einen achtsamen und offenen Umgang miteinander in den Gemeinden an.

Prof. Dr. Weig berichtete, dass er eine solche Begleitung anbiete und im Bistum Osnabrück sehr gute Erfahrungen damit mache. Überhaupt nehme das Bistum Osnabrück zu dem auch Bremen gehört, hinsichtlich der Anstrengungen in Bezug auf die Missbrauchsfälle eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Es seien konsequente Maßnahmen der Aufarbeitung und Vorsorge getroffen worden.

Foto: Prof. Dr. Wolfgang Weig sprach bei einem Informationsabend zur Missbrauchsstudie im AtriumKirche. Foto: Kath. Gemeindeverband - Daniel Meier