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des Lebens.

Joh 6,48

23.03.2018

Bild (Martina Höhns): So sah die Reliquie der Heiligen Birgitta im Reliquiengrab vor dem Altar aus

Bilder 2 - 4: Birgitten-Kloster

Diebstahl in der Kapelle des Birgittenklosters

Tabernakel aufgebrochen – Hostien, Reliquien und weitere liturgische Gegenstände gestohlen

Bremen (mh) Gestern Nachmittag (22. März) wurde in der Kapelle des Birgittenklosters im Schnoor der Tabernakel aufgebrochen und die geweihten Hostien und die liturgischen Geräte, die sich in ihm befanden, gestohlen. Zudem wurde das Reliquiengrab vor dem Altar geöffnet und die Reliquien entwendet. Die Polizei war vor Ort und hat den Schaden aufgenommen.

Der Tabernakel (lat. tabernaculum, Zelt, Hütte) ist das „Allerheiligste“ in einem katholischen Gotteshaus. In ihm werden die geweihten Hostien aufbewahrt, die von der Heiligen Messe übrig bleiben. Der künstlerisch gestaltete Tabernakel ist in einer katholischen Kirche ein Ort der Stille und der Anbetung. In dem Tabernakel befanden sich eine Monstranz (ein liturgisches Zeigegefäß für die geweihte Hostie), ein Ziborium (eine Hostienschale mit Deckel) sowie eine Pyxis (Dose mit geweihten Hostien für die Krankenkommunion), die gestohlen wurden.

Vor dem Altar in der kleinen Kapelle befindet sich ein Reliquiengrab, in dem unter einer Glasscheibe in einem versiegelten Kästchen eine Reliquie der Heiligen Birgitta von Schweden, die den Orden im 13. Jahrhundert gegründet hat, aufbewahrt wurde (vgl. Bild). Das Reliquiengrab wurde mit Sorgfalt geöffnet und die Reliquien entwendet. Die meisten liturgischen Gegenstände in katholischen Kirchen sind heute nicht im materiellen Sinn wertvoll, aber sie haben einen hohen immateriellen und religiösen Wert für Katholikinnen und Katholiken.

„Wir sind sehr bestürzt und traurig über den Diebstahl. Besonders die Reliquien und die geweihten Hostien haben für uns einen sehr hohen religiösen Wert“ sagt Mutter Giovanna, die der Gemeinschaft vorsteht. Derzeit leben sieben Ordensfrauen aus Italien, Mexiko und Indien im Birgittenkloster im Schnoor. Schweren Herzens haben sich die Birgittenschwestern entschieden, die Kapelle bis auf weiteres außerhalb ihrer Gottesdienste und Gebetszeiten geschlossen zu halten und bitten dafür um Verständnis. Besucher, die die Kapelle besuchen möchten, können sich am Empfang im Gästehaus melden.

Das Birgittenkloster in der Kolpingstraße 1c im Schnoor wurde 2001 gegründet und 2002 als 41. Kloster der Gemeinschaft des Ordens „Ordo Sanctissimi Salvatoris“ (Orden vom Allerheiligsten Erlöser) von dem Bremer Architekten Ulrich Tilgner gebaut, als erstes Kloster in Bremen nach der Reformation.

Es ist bereits das dritte Mal in jüngerer Zeit, dass in einer katholischen Kirche der Tabernakel beschädigt bzw. gestohlen wurde: 2013 versuchten Einbrecher in der St. Hedwigs-Kirche in der Vahr den Tabernakel aufzubrechen und hatten ihn dabei schwer beschädigt, 2015 wurde in der St. Pius-Kirche in Huchting die Kirche verwüstet und der Tabernakel gestohlen, der später im Sodenmattsee gefunden wurde.

Bilder (Martina Höhns): So sah die Reliquie der Heiligen Birgitta im Reliquiengrab vor dem Altar aus
(privat): Das leere Reliquiengrab und der leere Tabernakel.

Pressemitteilung des Katholischen Gemeindeverbandes in Bremen vom 23.03.2018