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22.11.2018

Willehad Empfang 2018 - Fotos: Kath. Gemeindeverband - S. Muthreich

Appell an die Ökumene der Barmherzigkeit

Dr. Annette Schavan beschrieb Wege zur Überwindung der Spaltung

An die gemeinsame Verantwortung der Christen angesichts von Not, Armut, und Verfolgung hat Dr. Annette Schavan, ehemalige deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, appelliert. Beim Willehad-Empfang des Katholischen Büros Bremen mit über 150 geladenen Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik sah sie hierin auch einen Weg zur Überwindung der Spaltung.

In ihrer Festansprache mit dem Titel "Ökumene als Quelle der Erneuerung" rief sie zum konfessionsübergreifenden Handeln auf:  "Wenn wir uns wirklich Sorgen um die Heillosigkeit in unserer Welt und die Flucht von Millionen Menschen machen, dann müssen sich Christen auch bemühen, das gemeinsame Fundament und den Weg zur Einheit zu stärken." Dann werde spürbar, "wie sehr die Solidarität der Christen heute ein reformatorischer Impuls für die Solidarität der Menschheit sein kann". Schon jetzt "können wir mehr gemeinsam tun, als wir realisieren", betonte die Referentin: "Das gilt nicht zuletzt für die Ökumene der Barmherzigkeit." Die gemeinsame Verantwortung als Christen in einer verunsicherten Welt müsse stärker wahrgenommen werden. In Deutschland habe die Trennung mit einer Reformation begonnen. Nun sollten auch von dort "Impulse für eine erneute Reformation kommen, die uns auf dem Weg zur Einheit voranbringen", forderte Frau Schavan.

Auch Bremens Bürgermeister Dr. Carsten Sieling griff das gemeinsame Engagement für Benachteiligte in seinem Grußwort auf: Die Kirchen seien dabei wichtige Partner, besonders wenn es darum gehe, das Zusammenleben in Bremen sozial und friedlich zu gestalten. Er erinnerte daran, dass in den katholischen Gemeinden Bremens Menschen aus über 120 Nationen lebten. Man könne das Zusammenleben einer Stadtgesellschaft nicht von oben verordnen, es müsse zusammenwachsen. Er rief dazu auf, Gewalt und Ausgrenzung gemeinsam entgegenzutreten. Sieling bat die Kirchen, sich auch weiterhin für Solidarität und Zusammenhalt in Bremen zu engagieren.

Propst Dr. Martin Schomaker, Leiter des Katholischen Büros Bremen, lud mit Blick auf die Ökumene zu weiteren Schritten ein, um den Glauben gemeinsam mit Leben zu füllen. Es sei schön, den Glanz des Glaubens in den jeweils anderen Religionen und Konfessionen zu entdecken. Der Propst dankte allen, die sich für die Ökumene engagieren.

Namensgeber für den Willehad-Empfang ist Bremens erster Bischof, der heilige Willehad. Er ließ 789 auf einer Düne in Bremen eine kleine hölzerne Kirche errichten und dem Apostel Petrus widmen. Er schuf so die Ursprünge des heutigen Bremer Doms.

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